EN 388 erklärt: Was bedeuten die Zahlen auf Arbeitshandschuhen?
Wer Arbeitshandschuhe kauft, stößt häufig auf Kennzeichnungen wie „4131X“, „4X43C“ oder ähnliche Zahlen- und Buchstabenkombinationen. Für viele Anwender wirken diese Angaben zunächst verwirrend. Dabei liefern sie wichtige Informationen darüber, welchen Schutz ein Handschuh tatsächlich bietet.
In diesem Beitrag erklären wir einfach und verständlich, was die EN 388 bedeutet und wie Sie die Kennzeichnung auf Arbeitshandschuhen richtig lesen.
Was ist die EN 388?
Die EN 388 ist die europäische Norm für Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken. Sie bewertet, wie gut ein Handschuh vor Gefahren wie Abrieb, Schnitten, Weiterreißen und Durchstichen schützt.
Die Norm hilft dabei, den passenden Handschuh für den jeweiligen Einsatzbereich auszuwählen – egal ob Werkstatt, Lager, Handwerk, Industrie oder Montage.
Was bedeuten die Zahlen bei EN 388?
Eine typische Kennzeichnung sieht beispielsweise so aus:
EN 388: 4131X
Jede Zahl steht für eine bestimmte Schutzfunktion:
1. Abriebfestigkeit
Die erste Zahl zeigt, wie widerstandsfähig der Handschuh gegen Abrieb ist.
Bewertung:
0 = kein Schutz
4 = höchste Schutzstufe
Je höher die Zahl, desto länger hält der Handschuh bei starker Beanspruchung.
2. Schnittfestigkeit
Die zweite Zahl bewertet die Widerstandsfähigkeit gegen Schnitte.
Bewertung:
0 bis 5
Dieser Wert wird bei modernen Handschuhen häufig durch eine zusätzliche Schnittschutzklasse ergänzt.
3. Weiterreißfestigkeit
Die dritte Zahl zeigt, wie gut das Material gegen Einreißen geschützt ist.
Bewertung:
0 bis 4
Besonders wichtig bei Arbeiten mit scharfen Kanten oder rauen Oberflächen.
4. Durchstichfestigkeit
Die vierte Zahl bewertet den Schutz gegen spitze Gegenstände.
Bewertung:
0 bis 4
Ein wichtiger Faktor für viele Tätigkeiten in Werkstatt, Lager und Industrie.
Was bedeutet der Buchstabe am Ende?
Bei neueren Handschuhen findet sich häufig zusätzlich ein Buchstabe wie:
A, B, C, D, E oder F
Dieser Wert beschreibt den Schnittschutz nach dem modernen ISO-Testverfahren.
Dabei gilt:
A = niedrigster Schnittschutz
F = höchster Schnittschutz
Je höher die Klasse, desto besser eignet sich der Handschuh für Arbeiten mit scharfkantigen Materialien.

Welcher Handschuh eignet sich für welchen Einsatz?
Für leichte Montagearbeiten sind flexible Handschuhe mit gutem Griff und hoher Fingerfertigkeit oft ausreichend.
Hier empfiehlt sich ein robuster Handschuh mit hoher Abriebfestigkeit und gutem Schutz gegen mechanische Belastungen.
Arbeiten mit scharfen Materialien
Beim Umgang mit Blech, Glas oder Metall sollten Handschuhe mit erhöhtem Schnittschutz gewählt werden.
Warum die richtige Auswahl wichtig ist
Ein ungeeigneter Handschuh kann die Sicherheit beeinträchtigen und gleichzeitig die Produktivität senken. Deshalb lohnt es sich, vor dem Kauf auf die EN-388-Kennzeichnung zu achten und den Handschuh passend zum Einsatzbereich auszuwählen.
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